Heute nur ein recht kurzes Fazit zum 1. Semifinale des Jubiläums-ESC in Wien. Zuallererst möchte ich den SWR loben, dass es wenigstens eine Preview-Show mit Consi, Caro und Miguel auf ONE vor der Live-Show gab, nachdem das tolle "Alles Eurovision" vom NDR nicht mehr fortgeführt wird.
Wir kennen nun die Live-Performances von 17 der 35 Acts und wissen, welche fünf Beiträge raus sind. Namentlich sind es die Songs aus San Marino, Montenegro, Georgien, Estland und (leider) auch die ruhige Nummer aus Portugal. Die wohl am Ende doch zu ruhig für einen ESC war und zwischen den hektischen Auftritten aus Griechenland und Georgien untergegangen ist.
Nach dem Auftritt von Essyla aus Belgien hatte ich schon einen Aha-Moment und der beeindruckende Problenclip hat dann auch zum 3-minütigen Auftritt gepasst: es war stimmig, sie hat ziemlich gut gesungen und aus dem Song wurde das maximale rausgeholt. Und so sehen wir Belgien mit dem von vielen (auch mir selbst) eher unterschätzen "Dancing On The Ice" nach 2 Jahren Pause im Finale, während Mustii und Black Sebastian in den Vorjahren trotz Favoritenstatus überraschend rausgeflogen sind. Wird Belgien etwa mein persönlicher Nachfolger von Albanien, das mir früher meist die 100%-Prognose verhagelt hatte?
Was die anderen 9 Finalisten angeht gab es wie ich finde recht wenige Überraschungen. Die folgenden 10 Acts sehe ich live in der Wiener Stadthalle am Sonnabend wieder:
Wie erwartet konnte die Polin Alicja mit ihrer Stimme soweit reüssieren, dass es für das Finale gereicht hat. Das hätte ich im März kurz nach den Vorentscheidungen so auch nicht erwartet. Gleiches gilt für die Acts aus Litauen und Serbien, die mich live einfach erst so richtig überzeugt haben und mit mutigen, edgy Performances verdient im Finale stehen, wenn auch Litauen wohl eher dank der Jurys und Serbien wohl primär aufgrund des Publikums.
Dass sich Moldau und Kroatien qualifizieren würden, hatte ich erwartet, aber war keineswegs sicher. Schön, dass ich beides live erleben darf am Samstag. Und der Rest war doch ein No-Brainer, als würden Schweden, Griechenland, Finnland oder Israel sich nicht qualifizieren?!
Noch ein paar Worte zum Drumherum: bisher fand ich eher Michael Ostrowski gut, ich mag seinen Humor, die gute Frau Swarowski ist eher optisch schönes Beiwerk. Aber sie gibt der Show ein "internationales Flair" und kann sehr gut moderieren, das muss man ihr zugute halten. Die Bühne sah sehr beeindruckend aus, besonders der runde Bogen um die eigentlich recht kleine Hauptbühne macht sie optisch wesentlich größer. Sehr schön aus die Reminiszenz an Wien 2015 mit den kleinen Kugeln, die symmetrisch über die Bühne schweben, die gab es vor elf Jahren schon zu sehen.
Den abgekupferten Interval-Act hatten wir mit "Made in Switzerland" letztes Jahr in Basel oder auch "Love Love Peace Peace" 2016 in Stockholm schon mal in besser, da sollte bis zum Finale noch eine Schippe draufgelegt werden. Sehr schön wiederum fand ich den Opener mit Vicky Leandros und den ESC-Fans im Lauf der Zeit und dann zum Schluss am Klavier. Das war ein würdiges Andenken an die tollsten Auftritte von 1956 bis heute.
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