Dienstag, 12. Mai 2026

Heute: 1. Semifinale des ESC 2026 in Wien!

Ich erlebe gerade ein kleines Déjà-vu: der ESC findet in Österreich, genauer in der Stadthalle in Wien statt und ich werde wieder im Großen Finale einen Stehplatz direkt vor der Bühne haben. Deutschland werden erneut keine großen Chancen auf eine vordere Platzierung ausgerechnet und uns vertritt eine charmante junge Brünette mit einem englischsprachigen Titel. Ein junger Mann aus der Republik Moldau eröffnet mit einer energiegeladenen Uptemo-Nummer das erste Semifinale und ein weiteres Land aus Osteuropa dann das zweite Semifinale. Es könnte außerdem gut passieren, dass wir und Österreich uns erneut die Rote Laterne teilen und dass ein nordeuropäisches Land den Sieg davonträgt. Der einzige Unterschied: wir haben 2026 und nicht mehr 2015. Willkommen beim ESC 2026 - love in rewind!

Es sind leider noch mehr Unterschiede zum ESC von vor elf Jahren. Wir haben 5 Länder weniger, da sich die Niederlande, Slowenien, Irland, Island sowie das Big5-Land Spanien aus Protest gegen die Teilnahme Israels zu einem Boykott vereint haben. Australien wiederum kommt an den Ort zurück, an dem 2015 alles anfing und kann erneut mit einer Top-Platzierung rechnen. Doch um Down Under sollte sich alles erst übermorgen drehen, heute sind 15 andere Länder am Start. Und zwar folgende:

01 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Moldova-Flag.png Moldawien (TRM): Satoshi - Viva, Moldova!
02  Schweden (SVT): Felicia - My System
03  Kroatien (HRT): Lelek - Andromeda
04  Griechenland (ERT): Akylas - Ferto
05  Portugal (RTP): Bandidos do Cante - Rosa
06  Georgien (GBP): Bzikebi - On Replay
07  Finnland (YLE): Linda Lampenius & Pete Parkkonen - Liekinheitin
08 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Montenegro-Flag.png Montenegro (RTCG): Tamara Živković - Nova zora
09  Estland (ERR): Vanilla Ninja - Too Epic To Be True
10  Israel (KAN): Noam Bettan - Michelle
11 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Belgium-Flag.png Belgien (RTBF): Essyla - Dancing On The Ice
12  Litauen (LRT): Lion Ceccah - Sólo quiero más
13  San Marino (SMRTV): Senhit feat. Boy George - Superstar
14  Polen (TVP): Alicja Szemplińska - Pray
15  Serbien (RTS): Lavina - Kraj mene

Es ist eine bunte Mischung, die uns hier erwartet. Vom nationalistisch angehauchten Ethno-Banger aus Moldau über die Techno-Nummer aus Schweden und das immaterielle Weltkulturerbe, den traditionellen Cante Alentejano aus Portugal bis hin zur Metal-Band mit gegröltem Finale aus Serbien. Und dazwischen gibt es viele weitere musikalische Perlen zu bestaunen.

Mit Senhit tritt für San Marino eine erfahrene Frau an, die erneut einen relativ abgehalfterten Ex-Promi mit auf die Bühne schleppt, es ist (wenn man 2020 mitzählt) ihre bereits vierte ESC-Teilnahme für die älteste Republik der Welt. Nach dem US-Rapper Flo Rida 2021 in Rotterdam, mit dem sie immerhin ins Finale einzog, soll es diesmal die 80er-Jahre-LGBTQ-Ikone Boy George aus England richten. Und diesmal dürfte es wohl sehr schwierig mit dem Finaleinzug werden.

Den Käärijä-Baby-Lasagna-Tommy-Cash-Gedächtnis-Auftritt bekommen wir diesmal von Akylas aus Griechenland serviert, mit seiner Nummer über die Konsumgeilheit der heutigen Tage und einem sehr fragwürdigen Outfit. Dürfte wohl sicher weiter sein. Wien ist außerdem ein denkwürdiges Pflaster für die kleine Balkan-Republik Montenegro, hat man hier doch vor elf Jahren mit Platz 13 seine bisher beste Platzierung erreicht. Und seitdem hat das Land auch kein ESC-Finale mehr von innen gesehen, wartet unter allen Teilnehmerländern somit am längsten auf den erneuten Finaleinzug. Nur: ob das mit der Nummer von Tamara Živković über die Emanzipation der modernen Frau in Osteuropa etwas wird?

Für einen Akt der nachträglichen ausgleichenden Gerechtigkeit dürfte die Teilnahme der Polin Alicja stehen, scheiterte ihre Teilnahme 2020 an der damals ausgebrochenen Corona-Pandemie. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten wurde sie 2021 jedoch nicht automatisch zur Vertreterin und musste sich noch 2x im polnischen Vorentscheid versuchen, ehe es mit der ESC-Teilnahme nun endlich geklappt hat. Nur irgendwie tragisch, dass trotz stimmlicher Höchstleistung am Ende das Nichts von einem Song der Grund sein könnte, dass sie es dennoch nicht ins Finale schafft. Mir persönlich jedenfalls hat ihr Betrag "Empires" von damals wesentlich besser gefallen als die R'n'B-Nummer aus diesem Jahr.

Wer es wohl ins Finale schafft habe ich bereits gestern prognostiziert und eines steht jetzt schon fest: mindestens fünf werden es auf jeden Fall schaffen, alles andere wäre mathematisch unmöglich. Und außerhalb vom Wettbewerb dürfen wir uns auf das Opening von Vicky Leandros freuen, die 59 Jahre nach ihrer ersten ESC-Teilnahme 1967 in Wien mit "L'amour est bleu" und 54 Jahre nach ihrem ESC-Sieg mit "Apres toi" (1972 im schottischen Edinburgh) erneut die große ESC-Bühne betreten wird. Und natürlich auf die ersten Performances der Big4-Mitglieder Italien und Deutschland. Es verspricht in jedem Fall eine tolle Show zu werden. Happy Eurovision!

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HEUTE: 1. SEMIFINALE LIVE AUS WIEN, UM 21:00 UHR AUF ONE!

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Montag, 11. Mai 2026

Meine Prognose: Erstes Semifinale 2026

Auch wenn die Vorsaison rund um die Teilnahme Israels in diesem Jahr alles andere als harmonisch war und wir in diesem Jahr so wenige Teilnehmerländer wie noch nie seit der Einführung der Semifinals 2004 haben: am Ende sind wir dann doch wieder (hoffentlich) im ESC-Fieber und freuen uns auf eine vergnügliche Woche. Dass ich immer noch euphorisch bin, liegt eventuell auch daran, dass ich diesmal erstmals seit dem ESC 2015 (ebenfalls in Wien) auch wieder vor Ort in der Halle sein werde.

15 Länder treten in den beiden Semifinals am Dienstag und Donnerstag an, zehn von ihnen werde ich jeweils auch im Finale am Samstag live erleben dürfen. Und für die erste Vorrunde am 12. Mai sehe ich nach Durchsicht der Probenclips die folgenden 10 Länder weiter:

https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Moldova-Flag.png Moldawien (TRM): Satoshi - Viva, Moldova!
 Schweden (SVT): Felicia - My System
 Kroatien (HRT): Lelek - Andromeda
 Griechenland (ERT): Akylas - Ferto
 Portugal (RTP): Bandidos do Cante - Rosa
 Finnland (YLE): Linda Lampenius & Pete Parkkonen - Liekinheitin
 Israel (KAN): Noam Bettan - Michelle
 Litauen (LRT): Lion Ceccah - Sólo quiero más
 Polen (TVP): Alicja Szemplińska - Pray
 Serbien (RTS): Lavina - Kraj mene

Ich sehe eigentlich nur Estland und San Marino und damit neben Aliona Moon als Backing bei Moldau genau die beiden Rückkehrer-Acts klar draußen. Auch Georgien und Belgien sind für mich relativ safe nicht weiter ob der starken Konkurrenz, haben aber, wenn man sich die Rehearsal-Clips ansieht, durchaus stimmige Stagings erarbeitet. Polen wiederum würde ich persönlich eher nicht ins Finale wählen, aber die stimmgewaltige Alicja dürfte wohl genug Juroren beeindrucken, um trotz des sperrigen Songs und des wohl dürftigen Televoting-Ergebnisses knapp weiter zu kommen. Auch Litauen wird sich wohl aufgrund der Jurys ins Finale retten können, hier habe ich aber noch nicht das technisch aufwändige Staging gesehen, das wohl zum Einsatz kommen soll. Moldawien, Schweden, Kroatien, Israel, Serbien und die beiden großen Favoriten Finnland und Griechenland dürften wohl ziemlich sicher weiter sein. Ob es Portugal oder Montenegro schaffen, hängt von der jeweiligen Tagesform ab.

Die Buchmacher ranken die Acts nach folgender Reihenfolge in Bezug auf die Qualifikations-Chancen:

1. Finnland
2. Griechenland
3. Schweden
4. Israel
5. Kroatien
6. Moldawien
7. Serbien
8. Litauen
9. Polen
10. Montenegro

Wenn man Portugal rausnimmt und Montenegro hinzufügt, dann bin ich mit den Wettanbietern d'accord. Genau diese beiden Länder sehe ich auch als diejenigen, die Platz 10 und 11 unter sich ausmachen werden. Aufgrund der Wiedereinführung der Jurys und Portugals Qualifikationsquote von 100 % seit 2021 sehe ich aber die Bandidos do Cante leicht im Vorteil. Wenn man meine persönliche Top35 als Referenz nimmt, kommen diese Acts ins Finale:

1. Finnland
2. Schweden
3. Kroatien
4. Israel
5. Griechenland
6. Georgien
7. Moldawien
8. Portugal
9. Montenegro
10. Serbien

Hier sind die Abweichungen schon größer. In meinem Ranking sind jedoch die Teilnehmer des ersten Semifinals entweder ganz vorne oder recht weit hinten im Ranking zu finden und nur wenige im Mittelfeld. So kann es hier auch Georgien unter die ersten zehn im Ranking schaffen, obwohl es weder die Odds noch ich persönlich im Finale sehe. Ganz ausschließen kann man es aber eigentlich auch nicht, wenn ich ehrlich bin, denn immerhin haben die drei Georgier schon mal einen (Junior) ESC gewonnen.

Morgen Abend sind wir schlauer und werden sehen, wer es ins Finale geschafft hat.

Sonntag, 26. April 2026

Meine Bewertung zu allen 35 Songs des ESC 2026

Hier mein Ranking zu allen 35 Songs des ESC 2026 mit entsprechenden Bewertungen:

Platz 1: Finnland

Klar, es ist irgendwie langweilig, den momentan in den Wetten führenden Beitrag mit Punkten zu überhäufen. Wenn aber, wie hier, alles zusammenkommt, dann gebe ich gern die Höchstpunktzahl. Tolle Melodien, sauber produzierter Sound, dramatisches Instrumental. Auch der Auftritt ist in meinen Augen auf den Punkt und bringt die Aussage des Liedes mit markanten Bildern zusammen. Wenn Petes Stimme in Wien auch am Schluss durchhält, weiß ich nicht, wer den beiden gefährlich werden sollte.

Platz 2: Tschechien

Hier kommt man nicht über das Wort „atmosphärisch“ herum, ich gebe es zu. Aber es passt einfach, der Song zieht den Zuhörenden, oder eben mich, komplett in den Bann. Dann verleiht das überraschend dynamische Outro noch das gewisse Etwas. Ein sehr schöner und fesselnder Song, der mich sofort reinzieht. Da bekomme ich ganz viele Duncan-Laurence-Vibes. Mit einer guten Performance kann das weit kommen.

Platz 3: Schweden

Schafft Schweden, woran etliche andere beim ESC gescheitert sind – nämlich eine EDM-Nummer mit anständig Bums erfolgreich auf die Bühne zu bringen? Felicia hat die Menschen bei der Mello-Vorrunde im Scandinavium begeistert. Und diese Begeisterung hat sie bis zum Mello-Sieg getragen – zu Recht. „My System“ versucht sich nicht bei den ESC-Jurys anzubiedern. Sie zwingt diese eher aus ihrer Komfortzone. Das kann richtig durchstarten – oder hart abgestraft werden.

Platz 4: Frankreich

Kann man Perfektion als Vorwurf und Kritik sehen? Oder erkenne ich einfach an, dass Frankreich hier einen total cleveren Song schickt, der von A bis Z durchdacht und durchplant ist? Es ist schon etwas unfair, dass das Französische so eine schöne Singsprache ist – und auch ganz wunderbar zu Pop-Opera passt – erst recht, wenn es mit einer kraftvollen, ausgebildeten Stimme vorgetragen wird. Das hebt „Regarde !“ aus dem Mittelmaß hervor. Dennoch bleibt im Jahr eins nach JJ und „Wasted Love“ ein schaler Copy-and-Paste-Nachgeschmack.

Platz 5: Dänemark

Dänemark hat endlich das perfekte Gesamtpaket gefunden und ich liebe alles daran: Stimme, Optik, Inszenierung und vor allem den Song an sich! Schon vor dem Vorentscheid war Søren mein klarer Favorit und ich bin wahnsinnig froh, dass er sich durchsetzen konnte. Die Nummer ist edgy, zeitgemäß, eingängig – und das alles trotz Lyrics auf Dänisch! Für mich einer der besten ESC-Beiträge der letzten Jahre.

Platz 6: Kroatien

Ich freue mich einfach sehr, dass Lelek es in diesem Jahr geschafft hat und Kroatien beim ESC vertreten darf. „Andromeda“ packt mich emotional und die Harmonie der Stimmen ist einfach ein Schmaus fürs Ohr. Für mich transportiert dieser Beitrag ganz viel (weibliche) Stärke. Frauenpower auf Ethno-Pop eben. Damit bereichert Kroatien den ESC 2026 für mich total.

Platz 7: Israel

Einen solchen Song hätte ich Israel nicht zugetraut. Nach zwei schönen, aber alles andere als politisch-neutralen Balladen, ist „Michelle“ einfach nur ein Song. Dazu ein guter, der mir als Liebhaber französischer Popmusik das gibt, was Frankreich und Luxemburg mir nicht bieten. Noam Bettan selbst erinnert mich mit seiner Stimme auch eher an Slimane als an Claude.

Platz 8: Australien

Boy George hin oder her, der wahre Superstar beim diesjährigen ESC ist Delta Goodrem – mit einem Song, der es schaffen könnte, in ihr „signature repertoire“ aufgenommen zu werden. Noch nicht ganz Diva, aber auf jeden Fall schon Female Icon, wird „Eclipse“ von Deltas starker Stimme, dem treibenden melodiösen Rhythmus, den hymnischen Parts und dem Piano-Soundsound getragen. Middle-of-the-Road-Pop vom Feinsten.

Platz 9: Rumänien

Es gibt keinen anderen Song in diesem Jahrgang, der sich in meinem persönlichen Ranking so sehr verbessern konnte wie „Choke me“. Hab ich der Nummer anfangs noch wenig Beachtung geschenkt, hat sie mich bei jedem Hören mehr begeistert. Ich liebe Alexandras Stimmfarbe und Ausstrahlung, zudem ist der Mix aus Rock, Pop-Opera und Sprechgesang total unique. Die Nummer hat irgendetwas „Fesselndes“ und holt mich inzwischen komplett ab. Für mich das Dark Horse 2026!

Platz 10: Zypern

Ein Beitrag, wie ihn auch nur Zypern bringen kann – und dafür liebe ich ihn. Fusion zwischen ethnischen Elementen und klassischem ESC-Pop, dennoch klingt der Mix irgendwie frisch. Ich habe kurz gebraucht um ihn lieben zu lernen, aber es hat geklappt. Wird es der große Wurf für Zypern? Vermutlich nicht. Werden wir Fans Spaß hiermit haben? Auf jeden Fall!

Platz 11: Ukraine

Ich fühle mich von dem Lied auf eine sehr angenehme Weise umarmt. Aus irgendeinem Grund lösen der Song und Lelékas Stimme bei mir Glücksgefühle aus. Ich finde, dass der lange Ton wenig hergibt, außer, dass sie ihre Stimme präsentieren kann. Die Inszenierung im Vorentscheid hat mir nicht gefallen, ich hoffe, dass die Ukraine da noch etwas besseres herzaubert. Aber das kann sie ja eigentlich.

Platz 12: Malta

Wenn man den furchtbaren ersten Reim („Hello my friend – is it the end?“) hinter sich lässt, dann wird man mit einer schönen, klassischen Ballade belohnt. Zwar hätte ich Aidan auch lieber mit einem Popsong à la „Ritmu“ beim ESC gesehen, aber auch das etwas Schmierige bei „Bella“ kann er gut rüberbringen. Besonders stark wird der Song am Schluss, wenn die Rosen um ihn wirbeln und Aidan zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 ein paar Zeilen auf Maltesisch beim ESC singen wird.

Platz 13: Griechenland

Der Beitrag reiht sich von seiner Art her nahtlos in die Reihe „Cha Cha Cha“, Baby Lasagna, „Europapa“ und Tommy Cash ein. Allerdings ist der Refrain sehr eintönig und mich persönlich nervt er auch. Wenn das Lied Erfolg haben will, sehe ich es vor allem problematisch, dass Akylas im Vorentscheid kaum Energie auf die Bühne gebracht hat, wie es so ein Beitrag absolut verlangt. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass der Act dennoch einige Fans unter denjenigen findet, die den ESC ironisch schauen.

Platz 14: Bulgarien

Was soll ich sagen – ich mag es! „Bangaranga“ bedeutet Chaos und ich spüre hier Hektik und Chaos, aber in einem positiven Sinne. Wenn beim Sport nichts mehr geht, stachelt DARA nochmal so richtig an. „Bangaranga“ ist für mich eine ganz fantastische Mischung aus Frauenpower, Rebellion, positivem Chaos, Energie und traditionellen Einflüssen.

Platz 15: Georgien

Rein musikalisch gefällt mir „On Replay“ sehr gut. Die Nummer erinnert mich stilistisch, nicht zuletzt wegen der im Musikvideo zu sehenden Choreo, an Songs von Lady Gaga – auch einen Hauch K-Pop höre ich heraus. Als mir aber bewusst wurde, wie inhaltslos und unverständlich der Songtext ist, ist der Song in meinem Ranking etwas gesunken – aber immerhin bleibt sich Georgien in diesem Punkt treu. Dennoch sehr catchy und massentauglich.

Platz 16: Moldawien

Ein absolut mitreißendes Lied. Das Lied schafft es, ein Gefühl des gemeinsamen Zelebrierens zu erzeugen. So, wie es nur der ESC kann, wird in diesem Lied ein Gefühl der europäischen Verbundenheit vermittelt. Die ruhigeren Töne in den Strophen sind ein schöner Ausgleich zu dem intensiven Refrain mit den Ausrufen „Welcome to Moldova“ und „Republica Moldova“, die zum Mitgrölen einladen.

Platz 17: Albanien

Oh, man! Das offizielle Video zu „Nân“ mit dem Untertitel war bei mir der Game Changer! Die bildreiche Lyrik und die dramatische Instrumentierung verbinden sich zu einem emotionalen Orkan. Die Albaner sind ja immer gut bei der ESC-Inszenierung, die es meines Erachtens auch braucht, um voll zu wirken. Dann kann der Beitrag in Wien doch deutlich besser abschneiden, als ich aufgrund des FiK-Auftritts für möglich gehalten hatte.

Platz 18: Deutschland

„Fire“ hat es geschafft, bei mir alle Erinnerungen an Silia Kapsis‘ „Liar“ komplett auszuradieren. Wie ging dieser Song aus Zypern nochmal? Ist auch egal. „Fire“ ist von den Latin-Partysongs dieses Jahres der am wenigsten komplexe. Man kann es auch „eingängig“ nennen. Sarah Engels selbst ist wahnsinnig professionell und wird diese Choreo definitiv zu ihrer machen. Das ändert aber nichts daran, dass das Genre beim ESC auserzählt ist und eine Platzierung jenseits von Platz 22 eine große Überraschung wäre.

Platz 19: Portugal

Auf den Song muss man sich einlassen (können). Wer das kann, darf sich über ein wunderschönes, herzerwärmendes Stück Musik freuen, dass ein angenehmer Ruhepol und Balsam für Ohr und Seele ist. Wer es nicht kann, wird sich gehörig langweilen. Bei mir schwankt es immer mal. Wenn ich aber in der richtigen Stimmung bin, dann kriegt es mich „richtig“, dann berührt mich „Rosa“ ganz tief und hat eine ganz wundervoll beruhigende Wirkung auf mich. Es sticht in diesem sehr lauten Jahrgang mit vielen Uptempo-Nummern und meist auch eher „lauten“ Balladen angenehm heraus.

Platz 20: Norwegen

Ich sage definitiv Ya Ya Ya. Norwegen hat sich – für mich überraschenderweise – für einen unterhaltsamen Pop-Rock-Song entschieden, bei dem man besser auch nicht zu genau auf den Text achtet. „Ya Ya Ya“ macht Spaß und Jonas Lovv bleibt mit seiner Erscheinung sicherlich in den Köpfen der Zuschauer hängen.

Platz 21: Armenien

Hätte es ohne Käärijä und Baby Lasagna „Paloma Rumba“ gegeben? Wahrscheinlich nicht, zu eindeutig versucht Simón hier meines Erachtens auf den Erfolgszug aufzuspringen. Natürlich darf auch der obligatorische Mitmach-Tanz nicht fehlen… Simón hat aber schon letztes Jahr im Vorentscheid gezeigt, dass er selbst aus einem konfusen Song einen energetischen und nachhaltig beeindruckenden Auftritt zaubern kann. Dementsprechend freue ich mich schon jetzt auf seine Performance.

Platz 22: Montenegro

Montenegro präsentiert sich in diesem Jahr moderner, wettbewerbsfähiger. Der Song ist cool und auch wenn er das Rad nicht neu erfindet, wirkt er frisch. Finaleinzug ist absolut drin, zumal ich auch auf einen starken Auftritt hoffe und Tamara eine Hammer-Künstlerin ist. Auch wenn man Montenegrinisch nicht versteht, spürt man irgendwie die Message des Songs. Läuft er aber bei mir „on heavy rotation“? Nee, das tatsächlich nicht.

Platz 23: Serbien

Ich finde es gut, dass auch in diesem Jahr wieder ein Metal-Beitrag dabei ist. Der letzte Refrain gefällt mir ganz gut. Allerdings ist in dem restlichen Lied überhaupt kein Wums drin und in den Strophen passiert kaum etwas. Besonders enttäuschend finde ich auch, dass sie schon angekündigt haben, die Inszenierung so zu lassen, wie sie im Vorentscheid war. Also werden sie so gut wie keine Inszenierung haben. Dabei hätte sich bei dem Lied eine düstere, musicalartige Inszenierung gut angeboten.

Platz 24: Estland

Wie toll, dass Vanilla Ninja wieder zurück beim ESC sind! Wie toll, dass Estland diese Band noch immer liebt und wählt! Wie toll war bitte auch ihr 2005er-Song „Cool Vibes“? Ein paar von denen hätten auch „Too Epic To Be True“ gutgetan. In dem Song passiert leider gar nichts. So weh es mir tut – Finale ausgeschlossen.

Platz 25: Österreich

Schon seit dem ersten Hören bekomme ich den „Tanzschein“-Refrain nicht mehr aus dem Kopf. Auch beim Vorentscheid hat mich COSMÓ überzeugt, da er das einprägsamste Staging mitgebracht hat. Die Strophen sind zwar deutlich schwächer, aber mir gefällt der ganze Vibe des Beitrags dennoch gut – Pluspunkte gibt’s zudem für die Landessprache! Dennoch ist es möglich, dass Österreich wie schon 2015 erneut die rote Laterne mit 0 Punkten als Gastgeber mitnimmt.

Platz 26: Italien

Das Spaghetti-Eis unter den italienischen ESC-Beiträgen der letzten Jahre! Versteht mich nicht falsch. Der Beitrag macht echt gute Laune und ist putzig und niedlich, aber kein Künstler möchte über seinen Beitrag hören, dass der putzig und niedlich ist, oder? Das ist wie „nett“ oder das schmeckt „interessant“. Einfach kein Kompliment.

Platz 27: Belgien

Irgendwie kann ich hier weder sonderlich viel Kritik äußern, aber Lob habe ich eben auch nicht. Der Song ist irgendwie „egal“. Mit dem Mid-Tempo-Beitrag und der Metapher „Dancing on the Ice“ werde ich einfach nicht warm (ha ha ha) und spüre keine emotionale Verbindung. Es fehlt das gewisse Etwas. Vielleicht geht Belgien es nach der Techno-Nummer von Red Sebastian im letzten Jahr nun vorsichtiger an?

Platz 28: Polen

Dieser Song lässt mich ratlos zurück. Zunächst sehe ich mich bei einem Gospel-Gottesdienst. Nach etwa einer Minute wechselt dann der Sound zu R’n’B-Rap, was mich gar nicht abholt. Das Finale ist versöhnlich, da es leichter zugänglich ist und Alicja nochmal ihre Stimmgewalt zeigen kann. Aber hängen bliebt davon: nichts.

Platz 29: Litauen

Ist das Kunst oder kann das weg? In meinen Augen ist das definitiv Kunst. Lion Ceccah nehme ich, gerade nach seinem beeindruckendem Auftritt im litauischen Vorentscheid letztes Jahr, das Bestreben nach einer Aussage zu 100 % ab. Zur Zeit erreicht mich seine Aussage allerdings noch nicht. Dementsprechend bleiben erstmal nur ein elektronischer Klangteppich und dramatisch-mystische Strophen, die mich musikalisch mehr begeistern als der Refrain.

Platz 30: Schweiz

Ich merke, wie ich immer wieder versuche, dass mir das Lied „Alice“ besser gefällt, als es das wirklich tut. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich Veronica als Person saucool finde. Bluesiger Rock gehört aber wahrlich nicht zu meinem liebsten Musikgenre und „Alice“ klingt für mich nach einem Albumtitel, der eigentlich nie als Single veröffentlicht werden sollte. Momentan fehlt mir leider auch die Fantasie, wie Veronica damit ins Finale kommen sollte, aber ich lass mich gern überraschen.

Platz 31: Lettland

Eine solide Ballade mit Ohrwurm-Potential. Das Problem ist, dass sie so solide wie austauschbar ist und im Vorentscheid auch etwas vom Auftritt profitiert hat. Könnte um den Finaleinzug bangen, würde mich jedoch nicht überraschen, wenn es durch kommt!

Platz 32: Luxemburg

Zu Beginn: Ich mag Emmelie de Forest und bin ihren Songwritern auf Ewig dankbar. Trotzdem kann ich anerkennend feststellen: Die Geschichte ist auserzählt. Leider kramt Luxemburg aber genau diese Emmelie-de-Forest-Story in diesem Jahr erneut aus. Inklusive Songwriter Thomas Steengard (der dieses Jahr auch andere nicht so prickelnde Lieder im Rennen hat). Normalerweise bin ich SEHR gut darin, mir Beiträge schönzuhören. Bei „Mother Nature“ ist es leider genau umgekehrt.

Platz 33: San Marino

Darf man „cringe“ 2026 noch sagen? Jedenfalls muss ich hier leider so urteilen. Auch wenn ich an schlechten Tagen einen Ohrwurm von „Superstar“ habe, finde ich die ganze Nummer unangenehm und ich finde, die Geschichte „Senhit + Star beim ESC“ ist auserzählt.

Platz 34: Vereinigtes Königreich

Ich finde hier auf rationaler Ebene viele Elemente extrem interessant und und außerdem mag ich, dass Großbritannien sich nach diesem musikalischen Fiasko im letzten Jahr endlich mal wieder etwas traut. Allein: Das Gesamtwerk erreicht mich auf der gefühlsebene trotzdem nicht. Die Strophen sind ziemlich uninspiriert und der Song insgesamt zu eintönig. Für mich das internationale „Ciao Ragazzki“.

Platz 35: Aserbaidschan

Für mich der schlechteste und leider auch überflüssigste Song des aktuellen ESC-Jahrgangs. Eine abgestandene 08/15-Ballade mit kitschigem Text. Da kann auch JIVAs Stimme nichts mehr retten. Eigentlich finde ich, dass fast alles auch beim ESC seine Berechtigung hat, aber das hier empfinde ich fast als Beleidigung der Zuschauer*innen.

Copyright: ESCKompakt - Bewertungen der Blogger des dortigen Blogs, mit deren Meinung ich übereinstimme.

Montag, 8. Dezember 2025

Teilnehmer beim ESC 2026 in Wien

Der Jubiläums-ESC in Wien wirft seine Schatten voraus und es sind keine guten. Anfang Dezember hatten Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und das Big5-Land Spanien ihre Teilnahme am 70. Eurovision Song Contest aufgrund der gleichzeitigen Teilnahme Israels abgesagt. Die Weltpolitik und die offensichtlich unvereinbaren Positionen in Bezug auf den Gaza-Konflikt sind nun auch endgültig in der sonst so heilen ESC-Welt angekommen.

Trotz dieses Boykotts werden die meisten Länder dennoch teilnehmen und mit Bulgarien, Rumänien und Moldawien sehen wir sogar 3 Rückkehrer, die nach 1-3 Jahren Pause wieder in den Kreis der Teilnehmer zurückkehren.

Die folgenden 35 Länder sind dabei:

1. Semifinale am 12. Mai 2026:

01 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Moldova-Flag.png Moldawien (TRM)Satoshi - Viva, Moldova!
02  Schweden (SVT): Felicia - My System
03  Kroatien (HRT): Lelek - Andromeda
04  Griechenland (ERT)Akylas - Ferto
05  Portugal (RTP): Bandidos do Cante - Rosa
06  Georgien (GBP)Bzikebi - On Replay
07  Finnland (YLE): Linda Lampenius & Pete Parkkonen - Liekinheitin
08 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Montenegro-Flag.png Montenegro (RTCG)Tamara Živković - Nova zora
09  Estland (ERR): Vanilla Ninja - Too Epic To Be True
10  Israel (KAN)Noam Bettan - Michelle
11 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Belgium-Flag.png Belgien (RTBF)Essyla - Dancing On The Ice
12  Litauen (LRT): Lion Ceccah - Sólo quiero más
13  San Marino (SMRTV): Senhit feat. Boy George - Superstar
14  Polen (TVP): Alicja Szemplińska - Pray
15  Serbien (RTS)Lavina - Kraj mene

2. Semifinale am 14. Mai 2026:

01 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Bulgaria-Flag.png Bulgarien (BNT): Dara - Bangaranga
02  Aserbaidschan (İctimai)Jiva - Just Go
03 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Romania-Flag.png Rumänien (TVR): Alexandra Căpitănescu - Choke Me
04  Luxemburg (RTL): Eva Marija - Mother Nature
05  Tschechien (ČT): Daniel Žižka - Crossroads
06  Armenien (ARMTV)Simón - Paloma Rumba
07  Schweiz (SRG SSR): Veronica Fusaro - Alice
08 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Cyprus-Flag.png Zypern (CyBC)Antigoni - Jalla
09 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Australia-Flag.png Lettland (LTV): Atvara - Ēnā
10 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Denmark-Flag.png Dänemark (DR): Søren Torpegaard Lund - Før vi går hjem
11  Australien (SBS)Delta Goodrem - Eclipse
12  Ukraine (Suspilne): Leléka - Ridnym
13  Albanien (RTSH)Alis - Nân
14  Malta (PBS): Aidan - Bella
15  Norwegen (NRK): Jonas Lovv - Ya Ya Ya

Finale am 16. Mai 2026:

01  Deutschland (SWR): Sarah Engels - Fire
00 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/France-Flag.png Frankreich (France 3): Monroe - Regarde!
00  Italien (RAI): Sal da Vinci - Per sempre si
25  Österreich (ORF)Cosmó - Tanzschein
00  Vereinigtes Königreich (BBC): Look Mum No Computer - Eins, zwei, drei