Hier mein Ranking zu allen 35 Songs des ESC 2026 mit entsprechenden Bewertungen:
Platz 1: Finnland
Klar, es ist irgendwie langweilig, den momentan in den Wetten führenden Beitrag mit Punkten zu überhäufen. Wenn aber, wie hier, alles zusammenkommt, dann gebe ich gern die Höchstpunktzahl. Tolle Melodien, sauber produzierter Sound, dramatisches Instrumental. Auch der Auftritt ist in meinen Augen auf den Punkt und bringt die Aussage des Liedes mit markanten Bildern zusammen. Wenn Petes Stimme in Wien auch am Schluss durchhält, weiß ich nicht, wer den beiden gefährlich werden sollte.
Platz 2: Tschechien
Hier kommt man nicht über das Wort „atmosphärisch“ herum, ich gebe es zu. Aber es passt einfach, der Song zieht den Zuhörenden, oder eben mich, komplett in den Bann. Dann verleiht das überraschend dynamische Outro noch das gewisse Etwas. Ein sehr schöner und fesselnder Song, der mich sofort reinzieht. Da bekomme ich ganz viele Duncan-Laurence-Vibes. Mit einer guten Performance kann das weit kommen.
Platz 3: Schweden
Schafft Schweden, woran etliche andere beim ESC gescheitert sind – nämlich eine EDM-Nummer mit anständig Bums erfolgreich auf die Bühne zu bringen? Felicia hat die Menschen bei der Mello-Vorrunde im Scandinavium begeistert. Und diese Begeisterung hat sie bis zum Mello-Sieg getragen – zu Recht. „My System“ versucht sich nicht bei den ESC-Jurys anzubiedern. Sie zwingt diese eher aus ihrer Komfortzone. Das kann richtig durchstarten – oder hart abgestraft werden.
Platz 4: Frankreich
Kann man Perfektion als Vorwurf und Kritik sehen? Oder erkenne ich einfach an, dass Frankreich hier einen total cleveren Song schickt, der von A bis Z durchdacht und durchplant ist? Es ist schon etwas unfair, dass das Französische so eine schöne Singsprache ist – und auch ganz wunderbar zu Pop-Opera passt – erst recht, wenn es mit einer kraftvollen, ausgebildeten Stimme vorgetragen wird. Das hebt „Regarde !“ aus dem Mittelmaß hervor. Dennoch bleibt im Jahr eins nach JJ und „Wasted Love“ ein schaler Copy-and-Paste-Nachgeschmack.
Platz 5: Dänemark
Dänemark hat endlich das perfekte Gesamtpaket gefunden und ich liebe alles daran: Stimme, Optik, Inszenierung und vor allem den Song an sich! Schon vor dem Vorentscheid war Søren mein klarer Favorit und ich bin wahnsinnig froh, dass er sich durchsetzen konnte. Die Nummer ist edgy, zeitgemäß, eingängig – und das alles trotz Lyrics auf Dänisch! Für mich einer der besten ESC-Beiträge der letzten Jahre.
Platz 6: Kroatien
Ich freue mich einfach sehr, dass Lelek es in diesem Jahr geschafft hat und Kroatien beim ESC vertreten darf. „Andromeda“ packt mich emotional und die Harmonie der Stimmen ist einfach ein Schmaus fürs Ohr. Für mich transportiert dieser Beitrag ganz viel (weibliche) Stärke. Frauenpower auf Ethno-Pop eben. Damit bereichert Kroatien den ESC 2026 für mich total.
Platz 7: Israel
Einen solchen Song hätte ich Israel nicht zugetraut. Nach zwei schönen, aber alles andere als politisch-neutralen Balladen, ist „Michelle“ einfach nur ein Song. Dazu ein guter, der mir als Liebhaber französischer Popmusik das gibt, was Frankreich und Luxemburg mir nicht bieten. Noam Bettan selbst erinnert mich mit seiner Stimme auch eher an Slimane als an Claude.
Platz 8: Australien
Boy George hin oder her, der wahre Superstar beim diesjährigen ESC ist Delta Goodrem – mit einem Song, der es schaffen könnte, in ihr „signature repertoire“ aufgenommen zu werden. Noch nicht ganz Diva, aber auf jeden Fall schon Female Icon, wird „Eclipse“ von Deltas starker Stimme, dem treibenden melodiösen Rhythmus, den hymnischen Parts und dem Piano-Soundsound getragen. Middle-of-the-Road-Pop vom Feinsten.
Platz 9: Rumänien
Es gibt keinen anderen Song in diesem Jahrgang, der sich in meinem persönlichen Ranking so sehr verbessern konnte wie „Choke me“. Hab ich der Nummer anfangs noch wenig Beachtung geschenkt, hat sie mich bei jedem Hören mehr begeistert. Ich liebe Alexandras Stimmfarbe und Ausstrahlung, zudem ist der Mix aus Rock, Pop-Opera und Sprechgesang total unique. Die Nummer hat irgendetwas „Fesselndes“ und holt mich inzwischen komplett ab. Für mich das Dark Horse 2026!
Platz 10: Zypern
Ein Beitrag, wie ihn auch nur Zypern bringen kann – und dafür liebe ich ihn. Fusion zwischen ethnischen Elementen und klassischem ESC-Pop, dennoch klingt der Mix irgendwie frisch. Ich habe kurz gebraucht um ihn lieben zu lernen, aber es hat geklappt. Wird es der große Wurf für Zypern? Vermutlich nicht. Werden wir Fans Spaß hiermit haben? Auf jeden Fall!
Platz 11: Ukraine
Ich fühle mich von dem Lied auf eine sehr angenehme Weise umarmt. Aus irgendeinem Grund lösen der Song und Lelékas Stimme bei mir Glücksgefühle aus. Ich finde, dass der lange Ton wenig hergibt, außer, dass sie ihre Stimme präsentieren kann. Die Inszenierung im Vorentscheid hat mir nicht gefallen, ich hoffe, dass die Ukraine da noch etwas besseres herzaubert. Aber das kann sie ja eigentlich.
Platz 12: Malta
Wenn man den furchtbaren ersten Reim („Hello my friend – is it the end?“) hinter sich lässt, dann wird man mit einer schönen, klassischen Ballade belohnt. Zwar hätte ich Aidan auch lieber mit einem Popsong à la „Ritmu“ beim ESC gesehen, aber auch das etwas Schmierige bei „Bella“ kann er gut rüberbringen. Besonders stark wird der Song am Schluss, wenn die Rosen um ihn wirbeln und Aidan zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 ein paar Zeilen auf Maltesisch beim ESC singen wird.
Platz 13: Griechenland
Der Beitrag reiht sich von seiner Art her nahtlos in die Reihe „Cha Cha Cha“, Baby Lasagna, „Europapa“ und Tommy Cash ein. Allerdings ist der Refrain sehr eintönig und mich persönlich nervt er auch. Wenn das Lied Erfolg haben will, sehe ich es vor allem problematisch, dass Akylas im Vorentscheid kaum Energie auf die Bühne gebracht hat, wie es so ein Beitrag absolut verlangt. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass der Act dennoch einige Fans unter denjenigen findet, die den ESC ironisch schauen.
Platz 14: Bulgarien
Was soll ich sagen – ich mag es! „Bangaranga“ bedeutet Chaos und ich spüre hier Hektik und Chaos, aber in einem positiven Sinne. Wenn beim Sport nichts mehr geht, stachelt DARA nochmal so richtig an. „Bangaranga“ ist für mich eine ganz fantastische Mischung aus Frauenpower, Rebellion, positivem Chaos, Energie und traditionellen Einflüssen.
Platz 15: Georgien
Rein musikalisch gefällt mir „On Replay“ sehr gut. Die Nummer erinnert mich stilistisch, nicht zuletzt wegen der im Musikvideo zu sehenden Choreo, an Songs von Lady Gaga – auch einen Hauch K-Pop höre ich heraus. Als mir aber bewusst wurde, wie inhaltslos und unverständlich der Songtext ist, ist der Song in meinem Ranking etwas gesunken – aber immerhin bleibt sich Georgien in diesem Punkt treu. Dennoch sehr catchy und massentauglich.
Platz 16: Moldawien
Ein absolut mitreißendes Lied. Das Lied schafft es, ein Gefühl des gemeinsamen Zelebrierens zu erzeugen. So, wie es nur der ESC kann, wird in diesem Lied ein Gefühl der europäischen Verbundenheit vermittelt. Die ruhigeren Töne in den Strophen sind ein schöner Ausgleich zu dem intensiven Refrain mit den Ausrufen „Welcome to Moldova“ und „Republica Moldova“, die zum Mitgrölen einladen.
Platz 17: Albanien
Oh, man! Das offizielle Video zu „Nân“ mit dem Untertitel war bei mir der Game Changer! Die bildreiche Lyrik und die dramatische Instrumentierung verbinden sich zu einem emotionalen Orkan. Die Albaner sind ja immer gut bei der ESC-Inszenierung, die es meines Erachtens auch braucht, um voll zu wirken. Dann kann der Beitrag in Wien doch deutlich besser abschneiden, als ich aufgrund des FiK-Auftritts für möglich gehalten hatte.
Platz 18: Deutschland
„Fire“ hat es geschafft, bei mir alle Erinnerungen an Silia Kapsis‘ „Liar“ komplett auszuradieren. Wie ging dieser Song aus Zypern nochmal? Ist auch egal. „Fire“ ist von den Latin-Partysongs dieses Jahres der am wenigsten komplexe. Man kann es auch „eingängig“ nennen. Sarah Engels selbst ist wahnsinnig professionell und wird diese Choreo definitiv zu ihrer machen. Das ändert aber nichts daran, dass das Genre beim ESC auserzählt ist und eine Platzierung jenseits von Platz 22 eine große Überraschung wäre.
Platz 19: Portugal
Auf den Song muss man sich einlassen (können). Wer das kann, darf sich über ein wunderschönes, herzerwärmendes Stück Musik freuen, dass ein angenehmer Ruhepol und Balsam für Ohr und Seele ist. Wer es nicht kann, wird sich gehörig langweilen. Bei mir schwankt es immer mal. Wenn ich aber in der richtigen Stimmung bin, dann kriegt es mich „richtig“, dann berührt mich „Rosa“ ganz tief und hat eine ganz wundervoll beruhigende Wirkung auf mich. Es sticht in diesem sehr lauten Jahrgang mit vielen Uptempo-Nummern und meist auch eher „lauten“ Balladen angenehm heraus.
Platz 20: Norwegen
Ich sage definitiv Ya Ya Ya. Norwegen hat sich – für mich überraschenderweise – für einen unterhaltsamen Pop-Rock-Song entschieden, bei dem man besser auch nicht zu genau auf den Text achtet. „Ya Ya Ya“ macht Spaß und Jonas Lovv bleibt mit seiner Erscheinung sicherlich in den Köpfen der Zuschauer hängen.
Platz 21: Armenien
Hätte es ohne Käärijä und Baby Lasagna „Paloma Rumba“ gegeben? Wahrscheinlich nicht, zu eindeutig versucht Simón hier meines Erachtens auf den Erfolgszug aufzuspringen. Natürlich darf auch der obligatorische Mitmach-Tanz nicht fehlen… Simón hat aber schon letztes Jahr im Vorentscheid gezeigt, dass er selbst aus einem konfusen Song einen energetischen und nachhaltig beeindruckenden Auftritt zaubern kann. Dementsprechend freue ich mich schon jetzt auf seine Performance.
Platz 22: Montenegro
Montenegro präsentiert sich in diesem Jahr moderner, wettbewerbsfähiger. Der Song ist cool und auch wenn er das Rad nicht neu erfindet, wirkt er frisch. Finaleinzug ist absolut drin, zumal ich auch auf einen starken Auftritt hoffe und Tamara eine Hammer-Künstlerin ist. Auch wenn man Montenegrinisch nicht versteht, spürt man irgendwie die Message des Songs. Läuft er aber bei mir „on heavy rotation“? Nee, das tatsächlich nicht.
Platz 23: Serbien
Ich finde es gut, dass auch in diesem Jahr wieder ein Metal-Beitrag dabei ist. Der letzte Refrain gefällt mir ganz gut. Allerdings ist in dem restlichen Lied überhaupt kein Wums drin und in den Strophen passiert kaum etwas. Besonders enttäuschend finde ich auch, dass sie schon angekündigt haben, die Inszenierung so zu lassen, wie sie im Vorentscheid war. Also werden sie so gut wie keine Inszenierung haben. Dabei hätte sich bei dem Lied eine düstere, musicalartige Inszenierung gut angeboten.
Platz 24: Estland
Wie toll, dass Vanilla Ninja wieder zurück beim ESC sind! Wie toll, dass Estland diese Band noch immer liebt und wählt! Wie toll war bitte auch ihr 2005er-Song „Cool Vibes“? Ein paar von denen hätten auch „Too Epic To Be True“ gutgetan. In dem Song passiert leider gar nichts. So weh es mir tut – Finale ausgeschlossen.
Platz 25: Österreich
Schon seit dem ersten Hören bekomme ich den „Tanzschein“-Refrain nicht mehr aus dem Kopf. Auch beim Vorentscheid hat mich COSMÓ überzeugt, da er das einprägsamste Staging mitgebracht hat. Die Strophen sind zwar deutlich schwächer, aber mir gefällt der ganze Vibe des Beitrags dennoch gut – Pluspunkte gibt’s zudem für die Landessprache! Dennoch ist es möglich, dass Österreich wie schon 2015 erneut die rote Laterne mit 0 Punkten als Gastgeber mitnimmt.
Platz 26: Italien
Das Spaghetti-Eis unter den italienischen ESC-Beiträgen der letzten Jahre! Versteht mich nicht falsch. Der Beitrag macht echt gute Laune und ist putzig und niedlich, aber kein Künstler möchte über seinen Beitrag hören, dass der putzig und niedlich ist, oder? Das ist wie „nett“ oder das schmeckt „interessant“. Einfach kein Kompliment.
Platz 27: Belgien
Irgendwie kann ich hier weder sonderlich viel Kritik äußern, aber Lob habe ich eben auch nicht. Der Song ist irgendwie „egal“. Mit dem Mid-Tempo-Beitrag und der Metapher „Dancing on the Ice“ werde ich einfach nicht warm (ha ha ha) und spüre keine emotionale Verbindung. Es fehlt das gewisse Etwas. Vielleicht geht Belgien es nach der Techno-Nummer von Red Sebastian im letzten Jahr nun vorsichtiger an?
Platz 28: Polen
Dieser Song lässt mich ratlos zurück. Zunächst sehe ich mich bei einem Gospel-Gottesdienst. Nach etwa einer Minute wechselt dann der Sound zu R’n’B-Rap, was mich gar nicht abholt. Das Finale ist versöhnlich, da es leichter zugänglich ist und Alicja nochmal ihre Stimmgewalt zeigen kann. Aber hängen bliebt davon: nichts.
Platz 29: Litauen
Ist das Kunst oder kann das weg? In meinen Augen ist das definitiv Kunst. Lion Ceccah nehme ich, gerade nach seinem beeindruckendem Auftritt im litauischen Vorentscheid letztes Jahr, das Bestreben nach einer Aussage zu 100 % ab. Zur Zeit erreicht mich seine Aussage allerdings noch nicht. Dementsprechend bleiben erstmal nur ein elektronischer Klangteppich und dramatisch-mystische Strophen, die mich musikalisch mehr begeistern als der Refrain.
Platz 30: Schweiz
Ich merke, wie ich immer wieder versuche, dass mir das Lied „Alice“ besser gefällt, als es das wirklich tut. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich Veronica als Person saucool finde. Bluesiger Rock gehört aber wahrlich nicht zu meinem liebsten Musikgenre und „Alice“ klingt für mich nach einem Albumtitel, der eigentlich nie als Single veröffentlicht werden sollte. Momentan fehlt mir leider auch die Fantasie, wie Veronica damit ins Finale kommen sollte, aber ich lass mich gern überraschen.
Platz 31: Lettland
Eine solide Ballade mit Ohrwurm-Potential. Das Problem ist, dass sie so solide wie austauschbar ist und im Vorentscheid auch etwas vom Auftritt profitiert hat. Könnte um den Finaleinzug bangen, würde mich jedoch nicht überraschen, wenn es durch kommt!
Platz 32: Luxemburg
Zu Beginn: Ich mag Emmelie de Forest und bin ihren Songwritern auf Ewig dankbar. Trotzdem kann ich anerkennend feststellen: Die Geschichte ist auserzählt. Leider kramt Luxemburg aber genau diese Emmelie-de-Forest-Story in diesem Jahr erneut aus. Inklusive Songwriter Thomas Steengard (der dieses Jahr auch andere nicht so prickelnde Lieder im Rennen hat). Normalerweise bin ich SEHR gut darin, mir Beiträge schönzuhören. Bei „Mother Nature“ ist es leider genau umgekehrt.
Platz 33: San Marino
Darf man „cringe“ 2026 noch sagen? Jedenfalls muss ich hier leider so urteilen. Auch wenn ich an schlechten Tagen einen Ohrwurm von „Superstar“ habe, finde ich die ganze Nummer unangenehm und ich finde, die Geschichte „Senhit + Star beim ESC“ ist auserzählt.
Platz 34: Vereinigtes Königreich
Ich finde hier auf rationaler Ebene viele Elemente extrem interessant und und außerdem mag ich, dass Großbritannien sich nach diesem musikalischen Fiasko im letzten Jahr endlich mal wieder etwas traut. Allein: Das Gesamtwerk erreicht mich auf der gefühlsebene trotzdem nicht. Die Strophen sind ziemlich uninspiriert und der Song insgesamt zu eintönig. Für mich das internationale „Ciao Ragazzki“.
Platz 35: Aserbaidschan
Für mich der schlechteste und leider auch überflüssigste Song des aktuellen ESC-Jahrgangs. Eine abgestandene 08/15-Ballade mit kitschigem Text. Da kann auch JIVAs Stimme nichts mehr retten. Eigentlich finde ich, dass fast alles auch beim ESC seine Berechtigung hat, aber das hier empfinde ich fast als Beleidigung der Zuschauer*innen.
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