Sonntag, 26. April 2026

Meine Bewertung zu allen 35 Songs des ESC 2026

Hier mein Ranking zu allen 35 Songs des ESC 2026 mit entsprechenden Bewertungen:

Platz 1: Finnland

Klar, es ist irgendwie langweilig, den momentan in den Wetten führenden Beitrag mit Punkten zu überhäufen. Wenn aber, wie hier, alles zusammenkommt, dann gebe ich gern die Höchstpunktzahl. Tolle Melodien, sauber produzierter Sound, dramatisches Instrumental. Auch der Auftritt ist in meinen Augen auf den Punkt und bringt die Aussage des Liedes mit markanten Bildern zusammen. Wenn Petes Stimme in Wien auch am Schluss durchhält, weiß ich nicht, wer den beiden gefährlich werden sollte.

Platz 2: Tschechien

Hier kommt man nicht über das Wort „atmosphärisch“ herum, ich gebe es zu. Aber es passt einfach, der Song zieht den Zuhörenden, oder eben mich, komplett in den Bann. Dann verleiht das überraschend dynamische Outro noch das gewisse Etwas. Ein sehr schöner und fesselnder Song, der mich sofort reinzieht. Da bekomme ich ganz viele Duncan-Laurence-Vibes. Mit einer guten Performance kann das weit kommen.

Platz 3: Schweden

Schafft Schweden, woran etliche andere beim ESC gescheitert sind – nämlich eine EDM-Nummer mit anständig Bums erfolgreich auf die Bühne zu bringen? Felicia hat die Menschen bei der Mello-Vorrunde im Scandinavium begeistert. Und diese Begeisterung hat sie bis zum Mello-Sieg getragen – zu Recht. „My System“ versucht sich nicht bei den ESC-Jurys anzubiedern. Sie zwingt diese eher aus ihrer Komfortzone. Das kann richtig durchstarten – oder hart abgestraft werden.

Platz 4: Frankreich

Kann man Perfektion als Vorwurf und Kritik sehen? Oder erkenne ich einfach an, dass Frankreich hier einen total cleveren Song schickt, der von A bis Z durchdacht und durchplant ist? Es ist schon etwas unfair, dass das Französische so eine schöne Singsprache ist – und auch ganz wunderbar zu Pop-Opera passt – erst recht, wenn es mit einer kraftvollen, ausgebildeten Stimme vorgetragen wird. Das hebt „Regarde !“ aus dem Mittelmaß hervor. Dennoch bleibt im Jahr eins nach JJ und „Wasted Love“ ein schaler Copy-and-Paste-Nachgeschmack.

Platz 5: Dänemark

Dänemark hat endlich das perfekte Gesamtpaket gefunden und ich liebe alles daran: Stimme, Optik, Inszenierung und vor allem den Song an sich! Schon vor dem Vorentscheid war Søren mein klarer Favorit und ich bin wahnsinnig froh, dass er sich durchsetzen konnte. Die Nummer ist edgy, zeitgemäß, eingängig – und das alles trotz Lyrics auf Dänisch! Für mich einer der besten ESC-Beiträge der letzten Jahre.

Platz 6: Kroatien

Ich freue mich einfach sehr, dass Lelek es in diesem Jahr geschafft hat und Kroatien beim ESC vertreten darf. „Andromeda“ packt mich emotional und die Harmonie der Stimmen ist einfach ein Schmaus fürs Ohr. Für mich transportiert dieser Beitrag ganz viel (weibliche) Stärke. Frauenpower auf Ethno-Pop eben. Damit bereichert Kroatien den ESC 2026 für mich total.

Platz 7: Israel

Einen solchen Song hätte ich Israel nicht zugetraut. Nach zwei schönen, aber alles andere als politisch-neutralen Balladen, ist „Michelle“ einfach nur ein Song. Dazu ein guter, der mir als Liebhaber französischer Popmusik das gibt, was Frankreich und Luxemburg mir nicht bieten. Noam Bettan selbst erinnert mich mit seiner Stimme auch eher an Slimane als an Claude.

Platz 8: Australien

Boy George hin oder her, der wahre Superstar beim diesjährigen ESC ist Delta Goodrem – mit einem Song, der es schaffen könnte, in ihr „signature repertoire“ aufgenommen zu werden. Noch nicht ganz Diva, aber auf jeden Fall schon Female Icon, wird „Eclipse“ von Deltas starker Stimme, dem treibenden melodiösen Rhythmus, den hymnischen Parts und dem Piano-Soundsound getragen. Middle-of-the-Road-Pop vom Feinsten.

Platz 9: Rumänien

Es gibt keinen anderen Song in diesem Jahrgang, der sich in meinem persönlichen Ranking so sehr verbessern konnte wie „Choke me“. Hab ich der Nummer anfangs noch wenig Beachtung geschenkt, hat sie mich bei jedem Hören mehr begeistert. Ich liebe Alexandras Stimmfarbe und Ausstrahlung, zudem ist der Mix aus Rock, Pop-Opera und Sprechgesang total unique. Die Nummer hat irgendetwas „Fesselndes“ und holt mich inzwischen komplett ab. Für mich das Dark Horse 2026!

Platz 10: Zypern

Ein Beitrag, wie ihn auch nur Zypern bringen kann – und dafür liebe ich ihn. Fusion zwischen ethnischen Elementen und klassischem ESC-Pop, dennoch klingt der Mix irgendwie frisch. Ich habe kurz gebraucht um ihn lieben zu lernen, aber es hat geklappt. Wird es der große Wurf für Zypern? Vermutlich nicht. Werden wir Fans Spaß hiermit haben? Auf jeden Fall!

Platz 11: Ukraine

Ich fühle mich von dem Lied auf eine sehr angenehme Weise umarmt. Aus irgendeinem Grund lösen der Song und Lelékas Stimme bei mir Glücksgefühle aus. Ich finde, dass der lange Ton wenig hergibt, außer, dass sie ihre Stimme präsentieren kann. Die Inszenierung im Vorentscheid hat mir nicht gefallen, ich hoffe, dass die Ukraine da noch etwas besseres herzaubert. Aber das kann sie ja eigentlich.

Platz 12: Malta

Wenn man den furchtbaren ersten Reim („Hello my friend – is it the end?“) hinter sich lässt, dann wird man mit einer schönen, klassischen Ballade belohnt. Zwar hätte ich Aidan auch lieber mit einem Popsong à la „Ritmu“ beim ESC gesehen, aber auch das etwas Schmierige bei „Bella“ kann er gut rüberbringen. Besonders stark wird der Song am Schluss, wenn die Rosen um ihn wirbeln und Aidan zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 ein paar Zeilen auf Maltesisch beim ESC singen wird.

Platz 13: Griechenland

Der Beitrag reiht sich von seiner Art her nahtlos in die Reihe „Cha Cha Cha“, Baby Lasagna, „Europapa“ und Tommy Cash ein. Allerdings ist der Refrain sehr eintönig und mich persönlich nervt er auch. Wenn das Lied Erfolg haben will, sehe ich es vor allem problematisch, dass Akylas im Vorentscheid kaum Energie auf die Bühne gebracht hat, wie es so ein Beitrag absolut verlangt. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass der Act dennoch einige Fans unter denjenigen findet, die den ESC ironisch schauen.

Platz 14: Bulgarien

Was soll ich sagen – ich mag es! „Bangaranga“ bedeutet Chaos und ich spüre hier Hektik und Chaos, aber in einem positiven Sinne. Wenn beim Sport nichts mehr geht, stachelt DARA nochmal so richtig an. „Bangaranga“ ist für mich eine ganz fantastische Mischung aus Frauenpower, Rebellion, positivem Chaos, Energie und traditionellen Einflüssen.

Platz 15: Georgien

Rein musikalisch gefällt mir „On Replay“ sehr gut. Die Nummer erinnert mich stilistisch, nicht zuletzt wegen der im Musikvideo zu sehenden Choreo, an Songs von Lady Gaga – auch einen Hauch K-Pop höre ich heraus. Als mir aber bewusst wurde, wie inhaltslos und unverständlich der Songtext ist, ist der Song in meinem Ranking etwas gesunken – aber immerhin bleibt sich Georgien in diesem Punkt treu. Dennoch sehr catchy und massentauglich.

Platz 16: Moldawien

Ein absolut mitreißendes Lied. Das Lied schafft es, ein Gefühl des gemeinsamen Zelebrierens zu erzeugen. So, wie es nur der ESC kann, wird in diesem Lied ein Gefühl der europäischen Verbundenheit vermittelt. Die ruhigeren Töne in den Strophen sind ein schöner Ausgleich zu dem intensiven Refrain mit den Ausrufen „Welcome to Moldova“ und „Republica Moldova“, die zum Mitgrölen einladen.

Platz 17: Albanien

Oh, man! Das offizielle Video zu „Nân“ mit dem Untertitel war bei mir der Game Changer! Die bildreiche Lyrik und die dramatische Instrumentierung verbinden sich zu einem emotionalen Orkan. Die Albaner sind ja immer gut bei der ESC-Inszenierung, die es meines Erachtens auch braucht, um voll zu wirken. Dann kann der Beitrag in Wien doch deutlich besser abschneiden, als ich aufgrund des FiK-Auftritts für möglich gehalten hatte.

Platz 18: Deutschland

„Fire“ hat es geschafft, bei mir alle Erinnerungen an Silia Kapsis‘ „Liar“ komplett auszuradieren. Wie ging dieser Song aus Zypern nochmal? Ist auch egal. „Fire“ ist von den Latin-Partysongs dieses Jahres der am wenigsten komplexe. Man kann es auch „eingängig“ nennen. Sarah Engels selbst ist wahnsinnig professionell und wird diese Choreo definitiv zu ihrer machen. Das ändert aber nichts daran, dass das Genre beim ESC auserzählt ist und eine Platzierung jenseits von Platz 22 eine große Überraschung wäre.

Platz 19: Portugal

Auf den Song muss man sich einlassen (können). Wer das kann, darf sich über ein wunderschönes, herzerwärmendes Stück Musik freuen, dass ein angenehmer Ruhepol und Balsam für Ohr und Seele ist. Wer es nicht kann, wird sich gehörig langweilen. Bei mir schwankt es immer mal. Wenn ich aber in der richtigen Stimmung bin, dann kriegt es mich „richtig“, dann berührt mich „Rosa“ ganz tief und hat eine ganz wundervoll beruhigende Wirkung auf mich. Es sticht in diesem sehr lauten Jahrgang mit vielen Uptempo-Nummern und meist auch eher „lauten“ Balladen angenehm heraus.

Platz 20: Norwegen

Ich sage definitiv Ya Ya Ya. Norwegen hat sich – für mich überraschenderweise – für einen unterhaltsamen Pop-Rock-Song entschieden, bei dem man besser auch nicht zu genau auf den Text achtet. „Ya Ya Ya“ macht Spaß und Jonas Lovv bleibt mit seiner Erscheinung sicherlich in den Köpfen der Zuschauer hängen.

Platz 21: Armenien

Hätte es ohne Käärijä und Baby Lasagna „Paloma Rumba“ gegeben? Wahrscheinlich nicht, zu eindeutig versucht Simón hier meines Erachtens auf den Erfolgszug aufzuspringen. Natürlich darf auch der obligatorische Mitmach-Tanz nicht fehlen… Simón hat aber schon letztes Jahr im Vorentscheid gezeigt, dass er selbst aus einem konfusen Song einen energetischen und nachhaltig beeindruckenden Auftritt zaubern kann. Dementsprechend freue ich mich schon jetzt auf seine Performance.

Platz 22: Montenegro

Montenegro präsentiert sich in diesem Jahr moderner, wettbewerbsfähiger. Der Song ist cool und auch wenn er das Rad nicht neu erfindet, wirkt er frisch. Finaleinzug ist absolut drin, zumal ich auch auf einen starken Auftritt hoffe und Tamara eine Hammer-Künstlerin ist. Auch wenn man Montenegrinisch nicht versteht, spürt man irgendwie die Message des Songs. Läuft er aber bei mir „on heavy rotation“? Nee, das tatsächlich nicht.

Platz 23: Serbien

Ich finde es gut, dass auch in diesem Jahr wieder ein Metal-Beitrag dabei ist. Der letzte Refrain gefällt mir ganz gut. Allerdings ist in dem restlichen Lied überhaupt kein Wums drin und in den Strophen passiert kaum etwas. Besonders enttäuschend finde ich auch, dass sie schon angekündigt haben, die Inszenierung so zu lassen, wie sie im Vorentscheid war. Also werden sie so gut wie keine Inszenierung haben. Dabei hätte sich bei dem Lied eine düstere, musicalartige Inszenierung gut angeboten.

Platz 24: Estland

Wie toll, dass Vanilla Ninja wieder zurück beim ESC sind! Wie toll, dass Estland diese Band noch immer liebt und wählt! Wie toll war bitte auch ihr 2005er-Song „Cool Vibes“? Ein paar von denen hätten auch „Too Epic To Be True“ gutgetan. In dem Song passiert leider gar nichts. So weh es mir tut – Finale ausgeschlossen.

Platz 25: Österreich

Schon seit dem ersten Hören bekomme ich den „Tanzschein“-Refrain nicht mehr aus dem Kopf. Auch beim Vorentscheid hat mich COSMÓ überzeugt, da er das einprägsamste Staging mitgebracht hat. Die Strophen sind zwar deutlich schwächer, aber mir gefällt der ganze Vibe des Beitrags dennoch gut – Pluspunkte gibt’s zudem für die Landessprache! Dennoch ist es möglich, dass Österreich wie schon 2015 erneut die rote Laterne mit 0 Punkten als Gastgeber mitnimmt.

Platz 26: Italien

Das Spaghetti-Eis unter den italienischen ESC-Beiträgen der letzten Jahre! Versteht mich nicht falsch. Der Beitrag macht echt gute Laune und ist putzig und niedlich, aber kein Künstler möchte über seinen Beitrag hören, dass der putzig und niedlich ist, oder? Das ist wie „nett“ oder das schmeckt „interessant“. Einfach kein Kompliment.

Platz 27: Belgien

Irgendwie kann ich hier weder sonderlich viel Kritik äußern, aber Lob habe ich eben auch nicht. Der Song ist irgendwie „egal“. Mit dem Mid-Tempo-Beitrag und der Metapher „Dancing on the Ice“ werde ich einfach nicht warm (ha ha ha) und spüre keine emotionale Verbindung. Es fehlt das gewisse Etwas. Vielleicht geht Belgien es nach der Techno-Nummer von Red Sebastian im letzten Jahr nun vorsichtiger an?

Platz 28: Polen

Dieser Song lässt mich ratlos zurück. Zunächst sehe ich mich bei einem Gospel-Gottesdienst. Nach etwa einer Minute wechselt dann der Sound zu R’n’B-Rap, was mich gar nicht abholt. Das Finale ist versöhnlich, da es leichter zugänglich ist und Alicja nochmal ihre Stimmgewalt zeigen kann. Aber hängen bliebt davon: nichts.

Platz 29: Litauen

Ist das Kunst oder kann das weg? In meinen Augen ist das definitiv Kunst. Lion Ceccah nehme ich, gerade nach seinem beeindruckendem Auftritt im litauischen Vorentscheid letztes Jahr, das Bestreben nach einer Aussage zu 100 % ab. Zur Zeit erreicht mich seine Aussage allerdings noch nicht. Dementsprechend bleiben erstmal nur ein elektronischer Klangteppich und dramatisch-mystische Strophen, die mich musikalisch mehr begeistern als der Refrain.

Platz 30: Schweiz

Ich merke, wie ich immer wieder versuche, dass mir das Lied „Alice“ besser gefällt, als es das wirklich tut. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich Veronica als Person saucool finde. Bluesiger Rock gehört aber wahrlich nicht zu meinem liebsten Musikgenre und „Alice“ klingt für mich nach einem Albumtitel, der eigentlich nie als Single veröffentlicht werden sollte. Momentan fehlt mir leider auch die Fantasie, wie Veronica damit ins Finale kommen sollte, aber ich lass mich gern überraschen.

Platz 31: Lettland

Eine solide Ballade mit Ohrwurm-Potential. Das Problem ist, dass sie so solide wie austauschbar ist und im Vorentscheid auch etwas vom Auftritt profitiert hat. Könnte um den Finaleinzug bangen, würde mich jedoch nicht überraschen, wenn es durch kommt!

Platz 32: Luxemburg

Zu Beginn: Ich mag Emmelie de Forest und bin ihren Songwritern auf Ewig dankbar. Trotzdem kann ich anerkennend feststellen: Die Geschichte ist auserzählt. Leider kramt Luxemburg aber genau diese Emmelie-de-Forest-Story in diesem Jahr erneut aus. Inklusive Songwriter Thomas Steengard (der dieses Jahr auch andere nicht so prickelnde Lieder im Rennen hat). Normalerweise bin ich SEHR gut darin, mir Beiträge schönzuhören. Bei „Mother Nature“ ist es leider genau umgekehrt.

Platz 33: San Marino

Darf man „cringe“ 2026 noch sagen? Jedenfalls muss ich hier leider so urteilen. Auch wenn ich an schlechten Tagen einen Ohrwurm von „Superstar“ habe, finde ich die ganze Nummer unangenehm und ich finde, die Geschichte „Senhit + Star beim ESC“ ist auserzählt.

Platz 34: Vereinigtes Königreich

Ich finde hier auf rationaler Ebene viele Elemente extrem interessant und und außerdem mag ich, dass Großbritannien sich nach diesem musikalischen Fiasko im letzten Jahr endlich mal wieder etwas traut. Allein: Das Gesamtwerk erreicht mich auf der gefühlsebene trotzdem nicht. Die Strophen sind ziemlich uninspiriert und der Song insgesamt zu eintönig. Für mich das internationale „Ciao Ragazzki“.

Platz 35: Aserbaidschan

Für mich der schlechteste und leider auch überflüssigste Song des aktuellen ESC-Jahrgangs. Eine abgestandene 08/15-Ballade mit kitschigem Text. Da kann auch JIVAs Stimme nichts mehr retten. Eigentlich finde ich, dass fast alles auch beim ESC seine Berechtigung hat, aber das hier empfinde ich fast als Beleidigung der Zuschauer*innen.

Copyright: ESCKompakt - Bewertungen der Blogger des dortigen Blogs, mit deren Meinung ich übereinstimme.

Montag, 8. Dezember 2025

Teilnehmer beim ESC 2026 in Wien

Der Jubiläums-ESC in Wien wirft seine Schatten voraus und es sind keine guten. Anfang Dezember hatten Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und das Big5-Land Spanien ihre Teilnahme am 70. Eurovision Song Contest aufgrund der gleichzeitigen Teilnahme Israels abgesagt. Die Weltpolitik und die offensichtlich unvereinbaren Positionen in Bezug auf den Gaza-Konflikt sind nun auch endgültig in der sonst so heilen ESC-Welt angekommen.

Trotz dieses Boykotts werden die meisten Länder dennoch teilnehmen und mit Bulgarien, Rumänien und Moldawien sehen wir sogar 3 Rückkehrer, die nach 1-3 Jahren Pause wieder in den Kreis der Teilnehmer zurückkehren.

Die folgenden 35 Länder sind dabei:

1. Semifinale am 12. Mai 2026:

01 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Moldova-Flag.png Moldawien (TRM)Satoshi - Viva, Moldova!
02  Schweden (SVT): Felicia - My System
03  Kroatien (HRT): Lelek - Andromeda
04  Griechenland (ERT)Akylas - Ferto
05  Portugal (RTP): Bandidos do Cante - Rosa
06  Georgien (GBP)Bzikebi - On Replay
07  Finnland (YLE): Linda Lampenius & Pete Parkkonen - Liekinheitin
08 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Montenegro-Flag.png Montenegro (RTCG)Tamara Živković - Nova zora
09  Estland (ERR): Vanilla Ninja - Too Epic To Be True
10  Israel (KAN)Noam Bettan - Michelle
11 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Belgium-Flag.png Belgien (RTBF)Essyla - Dancing On The Ice
12  Litauen (LRT): Lion Ceccah - Sólo quiero más
13  San Marino (SMRTV): Senhit feat. Boy George - Superstar
14  Polen (TVP): Alicja Szemplińska - Pray
15  Serbien (RTS)Lavina - Kraj mene

2. Semifinale am 14. Mai 2026:

01 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Bulgaria-Flag.png Bulgarien (BNT): Dara - Bangaranga
02  Aserbaidschan (İctimai)Jiva - Just Go
03 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Romania-Flag.png Rumänien (TVR): Alexandra Căpitănescu - Choke Me
04  Luxemburg (RTL): Eva Marija - Mother Nature
05  Tschechien (ČT): Daniel Žižka - Crossroads
06  Armenien (ARMTV)Simón - Paloma Rumba
07  Schweiz (SRG SSR): Veronica Fusaro - Alice
08 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Cyprus-Flag.png Zypern (CyBC)Antigoni - Jalla
09 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Australia-Flag.png Lettland (LTV): Atvara - Ēnā
10 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/Denmark-Flag.png Dänemark (DR): Søren Torpegaard Lund - Før vi går hjem
11  Australien (SBS)Delta Goodrem - Eclipse
12  Ukraine (Suspilne): Leléka - Ridnym
13  Albanien (RTSH)Alis - Nân
14  Malta (PBS): Aidan - Bella
15  Norwegen (NRK): Jonas Lovv - Ya Ya Ya

Finale am 16. Mai 2026:

01  Deutschland (SWR): Sarah Engels - Fire
00 https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/France-Flag.png Frankreich (France 3): Monroe - Regarde!
00  Italien (RAI): Sal da Vinci - Per sempre si
25  Österreich (ORF)Cosmó - Tanzschein
00  Vereinigtes Königreich (BBC): Look Mum No Computer - Eins, zwei, drei

Montag, 19. Mai 2025

Österreich gewinnt den Eurovision Song Contest 2025!

 Das ESC-Finale 2025 ist Geschichte und erneut hat ein südliches Nachbarland von Deutschland eindeutig den Wettbewerb gewonnen. Nach Udo Jürgens (1966) und Conchita Wurst (2014) hat nun nach der Schweiz auch gleich Österreich den dritten Sieg eingefahren, und zwar mit den jungen Sopranisten JJ alias Johannes Pietsch. Er siegte mit 79 Punkten Vorsprung vor der Israelin Yuval Raphael, die wiederum eindeutig das Televoting für sich entscheiden konnte. Nur einen einzigen Punkt dahinter erreichte (für mich) überraschend Tommy Cash aus Estland das beste Ergebnis für das baltische Land seit dem Heim-Beitrag 2002 in Tallinn. Hier das amtliche Endergebnis:

01. - 436 -  Österreich (ORF)JJ - Wasted Love
02. - 357 -  Israel (KAN)Yuval Raphael - New Day Will Rise
03. - 356 -  Estland (ERR): Tommy Cash - Espresso Macchiato
04. - 321 -  Schweden (SVT): KAJ - Bara bada bastu
05. - 256 -  Italien (RAI): Lucio Corsi - Volevo essere un duro
06. - 231 -  Griechenland (ERT)Klavdia - Asteromáta
07. - 230 - https://files.softicons.com/download/internet-cons/flag-icons-by-custom-icon-design/png/24/France-Flag.png Frankreich (France 3): Louane - Maman
08. - 218 -  Albanien (RTSH)Shkodra Elektronike - Zjerm
09. - 218 -  Ukraine (Suspilne): Ziferblat - Bird Of Pray
10. - 214 -  Schweiz (SRG SSR): Zoë Më - Voyage
11. - 196 -  Finnland (YLE)Erika Vikman - Ich komme
12. - 175 -  Niederlande (AVROTROS): Claude - C'est la vie
13. - 158 - http://icons.iconarchive.com/icons/gosquared/flag/24/Latvia-icon.png Lettland (LTV): Tautumeitas - Bur man laimi
14. - 156 -  Polen (TVP): Justyna Steczkowska - Gaja
15. - 151 -  Deutschland (NDR): Abor & Tynna - Baller
16. - 096 -  Litauen (LRT): Katarsis - Tavo akys
17. - 091 -  Malta (PBS): Miriana Conte - Serving
18. - 089 -  Norwegen (NRK): Kyle Alessandro - Lighter
19. - 088 -  UK (BBC): Remember Monday - What The Hell Just Happened?
20. - 072 -  Armenien (ARMTV)Parg - Survivor
21. - 050 -  Portugal (RTP): Napa - Deslocado
22. - 047 -  Luxemburg (RTL): Laura Thorn - La poupée monte le son
23. - 047 - http://icons.iconarchive.com/icons/gosquared/flag/24/Denmark-icon.png Dänemark (DR): Sissal - Hallucination
24. - 037 -  Spanien (TVE): Melody - Esa diva
25. - 033 -  Island (RÚV)VÆB - Róa
26. - 027 -  San Marino (SMRTV): Gabry Ponte - Tutta l'Italia

Wie schon 2018 konnte Österreich auch 2025 klar das Juryvoting für sich entscheiden und erhielt aus acht Ländern, darunter auch Deutschland, die 12 Punkte der Jury. Im Gegensatz zu damals gab es jedoch auch fast 200 Punkte im Televoting, was in einem sehr ausgeglichenen Feld am Ende für den Sieg reichte. Bei mir im persönlichen Ranking war Österreich am Anfang der Saison nur auf Platz 6, durch den Live-Auftritt wurde JJ mit seinem Song allerdings zu einem der absoluten Top-Favoriten und ich empfinde den Sieg aufgrund der Komposition und der Stimmgewalt des Sängers als absolut verdient.

Ebenso denke ich auch über die Zweitplatzierte Yuval Raphael aus Israel, die wie schon im Vorjahr Eden Golan von den Jurys offensichtlich vorsätzlich abgewertet wurde, um einen israelischen Sieg zu verhindern. Niemand kann mir erklären, dass ein stimmlicher Totalausfall wie Tommy Cash 98 Punkte wert sein soll, aber der makellose Auftritt der Israelin nur 60 Punkte. Hier hat das Publikum nicht nur politisch, sondern auch geschmacklich gevotet.

Platz 2 im Televote und Platz 9 bei den Jurys reichte am Ende für die Bronze-Medaille für den estnischen Social Media Star Tommy Cash und sein "Espresso Macchiato". Hier hat aus meiner Sicht weniger der Song oder die Stimme, sondern das extrem durchdachte Staging zum Erfolg geführt. Jedes Element seiner Performance war ein kleines Highlight, ob es nun das tanzende Flugzeug auf den LEDs, der mit ihm tanzende Fan oder auch das Zahlenfeld für seine Securitys auf dem Bühnenboden war.

Wer hoch fliegt, kann tief fallen. Dieses Sprichwort passt in diesem Jahr perfekt zum schwedischen Act KAJ. Eigentlich durchgängig seit Beginn des Jahres lag Schweden unangefochten auf Platz 1 jeglicher Umfragen und Wettbüro-Listen. Doch am Ende kam das ganze wohl zu wenig originell und "catchy" rüber, vielleicht auch weil Estland hier zu viele Punkte abgegeriffen hat. Und somit ist Schweden mit Platz 4 zwar immer noch exzellent platziert, wird aber wohl angesichts der gewaltigen Vorschusslorbeeren enttäuscht sein. Ganz im Gegensatz zu Italien, das wohl wirklich aus jedem sprichtwörtlichen Kuhfladen ein Goldnugget machen kann. Das schlichte Staging und die live gespielte Mundharmonika haben wohl vielen Juroren und auch einigen Zuschauern gefallen.

Dass es Italien am Ende auf Platz 5 schaffen würde, hatte ich so nicht gesehen. Dafür war mir der Song zu schlicht und unauffällig. Vielleicht haben es die Untertitel zum zugegebenermaßen schönen Songtext oder auch das Mundharmonika-Solo authentisch wirken lassen. Genauso wenig hatte ich die Griechin auf dem Zettel, die direkt dahinter platziert war. Schön gesungen war es und die Inszenierung hat zum Song gepasst, aber gleich Platz 6? Dafür war es mir persönlich dann doch etwas zu sperrig.

Der siebte Platz muss sich für die siegeshungrigen Franzosen wie eine Enttäuschung anfühlen, gerade im Televoting ist Louane richtig abgeschmiert und landete im Mittelfeld. Vielleicht hat sich die Geschichte von der dramatischen französischsprachigen Ballade so langsam auserzählt? Einen Achtungserfolg hingegen erzielte einer meiner persönlichen Favoriten, das Duo aus Albanien. Es ist die drittbeste Platzierung der ESC-Geschichte des kleinen Landes und zeigt, dass Authentizität am Ende richtig punkten kann. Im Televoting reichte es sogar für Platz 5, leider waren die Juroren weniger spendabel.

Die Top10 wurden abgerundet vom Beitrag des Gastgebers sowie der Ukraine, die für mich überraschend das erste Semifinale gewann. So sehr ich den Song mag (es war mein persönlicher Platz 2), aber ich hätte hier eher mit Schweden oder Estland gerechnet, die beide am Ende auch im Finale im Televoting mehr Punkte bekamen. Die größte Differenz zwischen Jurys (Platz 2) und Publikum (Platz 26) der ESC-Geschichte erreichte der ruhige, wunderschön inszenierte Song der Schweiz. Leider wurde "Voyage" ein Opfer der Regelung, dass nur die Top10 im Televoting Punkte erhalten. Und die Schweiz hat nunmal beim Televoting einen eher schlechten Stand, wenn nicht gerade Luca Hänni, Gjon's Tears oder Nemo auf der Bühne stehen.

Was lässt sich über die Plätze 11-20 sagen? Dass Finnland mit so einer energiegeladenen Performance knapp an den Top10 vorbeigeschrammt ist, finde ich ziemlich tragisch. Das war einer der Mitfavoriten und wurde leider nicht entsprechend goutiert. Ebenso die Niederlande, die zwar bei den Jurys Fünfter wurden, aber dank magerer Publikumsstimmen durchgereicht wurden.

Dass so ein spezieller Ethno-Song auf Lettisch am Ende sogar in der ersten Tabellenhälfte landet, hat mir gezeigt, dass beim ESC wirklich alles möglich ist. Hier hat das wirklich gelungene Staging am Ende wohl alles gerettet. Das gleiche trifft auf Polen zu, auf das die Jurys inzwischen wohl allergisch reagieren. Jedenfalls finde ich den 7. Platz beim Publikum für diese bombastische Performance einer Frau jenseits der 50 wirklich in Ordnung, die Jurystimmen würdige ich mal lieber keines Kommentars.

Mit dem 15. Platz und 151 Punkten hat Deutschland einen neuen Rekord aufgestellt. Noch nie zuvor war ein Land mit derart vielen Punkten nur in der 2. Hälfte gelandet. Dennoch hat mich die Zwölf vom österreichischen Publikum sowie die Höchstwertungen der ukrainischen und der tschechischen Jury sehr gefreut. Dass am Ende Litauen mit riesigem Abstand 16. wurde, während zu den Lettinnen auf Platz 13 nur ein paar Pünktchen fehlten, ist dann doch ziemlich mies. Aber so läuft es manchmal. Deutschland befindet sich damit dennoch aus meiner Sicht auf dem Weg in die richtige Richtung.

Die dystopische und sperrige Nummer von Katarsis aus Litauen hat mich am Ende dann doch irgendwie gepackt, der starre Blick und das Alleinstellungsmerkmal dieses Genres reichte für Platz 16, geht so in Ordnung. Genau wie der nachfolgende Rang 17 für Malta, das mal wieder von den Jurys gerettet wurde. Dass "Serving" am Ende der höchsplatzierte rein englischsprachige Song war, spricht für die Übermacht der landessprachlichen Songs im Teilnehmerfeld.

Ebenfalls rein auf Englisch sang mein vermeintlicher Favorit Kyle Alessandro aus Norwegen und kam damit auf Platz 18. Er war eher bei den Televotern beliebt. Ganz im Gegensatz zum britischen Trio Remember Monday, die zum 3. Mal in 5 Jahren eine fette 0 für Großbritannien im Televoting einfuhren (2021 und 2024 war das auch der Fall). Nur knapp am Halbfinalaus vorbeigeschlittert, kann sich der Armenier Parg am Ende wohl über Platz 20 freuen.

Jenseits von Platz 20 gab es eigentlich recht wenige Überraschungen. Vielleicht noch am ehesten, dass es die sehr ruhige Nummer aus Portugal trotz nicht vorhandener Inszenierung noch auf Platz 21 geschafft hat. Europa scheint wohl ein Ohr für solche Musik zu haben, zumindest in dem Maße, dass es für den Finaleinzug trotz 100 % Televoting gereicht hat.

Mit Platz 22 hat Luxemburg leider die schlechteste Platzierung seiner ESC-Geschichte eingefahren, was wohl auch am schlechten Startplatz #2 lag. Dass Dänemark beim Televoting abschmieren würde war klar, hier ist allein der lange ersehnte Finaleinzug ein Erfolg gewesen. Enttäuscht dürften wiederum die wie üblich frenetisch jubelnden spanischen Fans über das Abschmieren ihrer Teilnehmerin Melody gewesen sein. Da hat die gute Stimme nicht über den wenig in Erinnerung bleibenden Song hinwegtäuschen können.

Schade ist es um die mitreißende Nummer für Gen Z aus Island. Die flippigen Zwillinge haben sogar aus Deutschland einen Punkt im Televote ergattern können, aber dank der unverschämten "Nil points" im Juryvoting am Ende nur Platz 25 erreicht. Das hat die kreative und lustig anzusehende Performance nicht verdient gehabt. Ebenso wenig die DJ-Nummer und der Ohrwurm aus San Marino, das erstmals den letzten Platz im Finale belegt hat. Aber immerhin hat es das Land, das die Einwohnerzahl meiner Heimatstadt nur leicht überschreitet, zum 4. Mal insgesamt in ein ESC-Finale geschafft.