Montag, 7. April 2014

Platz 27 - Litauen

Litauen und der ESC, das ist so eine Sache: Einerseits veranstalten sie jedes Jahr den mit Abstand ausuferndsten Vorentscheid Europas, andererseits bleiben "tolle" Ergebnisse (mal abgesehen von 2006 und 2012) aus. Immerhin teilen sie mit den baltischen Freunden aus Estland eine seit 2009 sehr annehmbare Qualifikationsquote, beide Länder schieden seitdem nur 2010 aus.

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Auch 2014 wurde der litauische Beitrag über Monate hinweg ermittelt, insgesamt zwölf (!) Shows waren nötig. Der Titel "Attention" wurde eine Woche vor der Sängerin Vilija Matačiūnaitė ausgewählt, die ihn auch mitkomponiert hat. Er geht nach vorn, wie der Titel verrät, kann aber nach dem zehnten "ATTENTION!" durchaus extrem nerven. Wenn man allerdings die heute noch unverständliche Qualifikation von Andrius aus dem Vorjahr betrachtet, so scheinen die Chancen recht gut zu stehen. Und in meinem Ranking ist sie ja schließlich auch nur einen Platz vom Finale weg.

Qualifikationschance: 60 %
Gesang: 7/10
Lied: 3/10

Sonntag, 6. April 2014

Platz 28 - Albanien

Vor zwanzig Jahren noch vollkommen vom Rest Europas abgeschottet, ist Albanien bereits seit 2004 Teil der Eurovisionsfamilie und konnte vor allem mit Frauen seine größten Erfolge feiern. Anjeza Shahini und Rona Nishliu erreichten Platz 7 und 5, jeweils in den Jahren 2004 und 2012. Auch 2014 wird wieder eine Frau die Skipetaren vertreten, wie jedes Jahr ist sie auch gleichzeitig die Gewinnerin des nunmehr 52. Festivali i Kenges, das immer Ende Dezember stattfindet.

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Hersi (oder Herciana Matmuja) ist eine junge, aber bereits sehr stimmgewaltige Sängerin aus Albanien. Ihr Beitrag hieß ursprünglich "Zemerimi i nje nate" (Zorn einer Nacht) und wurde leider ins Englische übersetzt, wortwörtlich: "One Night´s Anger". Da beim Kenges-Festival keine 3-Minuten-Grenze vorgegeben wird, musste der Titel gekürzt werden, und das gerade an der besten Stelle, dem Intro. Die Verantwortlichen haben außerdem nicht verstanden, dass nicht jeder Sänger mit dem Englischen umgehen kann. Die Diaspora in Montenegro wird kaum ausreichen, um das Land ins Finale zu wählen, Mazedonien, Österreich und die Schweiz sind im anderen Semifinale, da sehe ich sehr schwarz für Hersi. Den Zorn einer Nacht wird sie wohl am 6. Mai spüren.

Qualifikationschance: 35 %
Gesang: 8/10
Lied: 3/10

Samstag, 5. April 2014

Platz 29 - Moldawien

Das Land ist nach wie vor das ärmste in Europa, der relativ große Erfolg beim Eurovision Song Contest ist jedoch ein willkommenes Erfolgserlebnis für die Künstler des kleinen Moldaus. Zwei Mal die Top10 erreicht und die letzten drei Jahre nie schlechter als Platz 12, das konnten nicht viele Länder innerhalb der letzten neun Jahre erreichen. Nur wird diese Serie wohl 2014 ein jähes Ende finden, und das beim 10. "Jubiläum".

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Cristina Scarlat wurde bereits 2013 Dritte und wie viele Dritte oder Zweite des Vorjahres gewann sie im Jahr danach die Vorentscheidung. Sie ist ohne Zweifel eine der begabtesten Sängerinnen diesen Jahrgangs, jedoch passt das Liedwerk, eine mit Dubstep "verzierte" Depri-Nummer, so gar nicht zu ihr. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Land damit etwas reißen wird geschweige denn überhaupt das Finale erreicht. Die Erfolgsquote von 8:1 spricht da aber eine ganz andere Sprache, auch wenn Länder wie Schweden und die Türkei bereits trotz perfekter Quote ausgeschieden sind.

Qualifikationschance: 40 %
Gesang: 9/10
Lied: 1/10

Freitag, 4. April 2014

Platz 30 - Russland

Die aktuelle politische Situation in Osteuropa hat inzwischen auch Einzug beim ESC gefunden. Fans prophezeihen dem russischen Beitrag massenhaft Buhrufe oder sogar das erste Aus im Semifinale aller Zeiten (wenn man mal von 1996 absieht). Heute wurde bekannt, dass selbst ein dänischer Sozialdemokrat den Ausschluss Russlands vom ESC 2014 gefordet hat. Und ich muss sagen: es wäre besser gewesen wenn sie das gemacht hätten.

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Denn der Song "Shine" (wie AT 2013, GE 2010 & NL 2009) ist nicht nur vom Titel her, sondern auch bezüglich des Songs extrem einfallslos. Da singen zwei Teenagerinnen, die Zwillinge Tolmachevy, Siegerinnen des JESC 2006 in Bukarest, ein belangloses Popliedchen, das tatsächlich von den bekanntesten und erfolgreichsten ESC-Komponisten Ost- und Südeuropas geschrieben wurde. Klar sagen viele, dass Russland es auch mit einem Besen ins Finale schaffen würde, aber selbst hier bin ich mir nicht ganz sicher, ob da nicht die Jurys das Finale vermiesen, wie es 2011 ja fast schon passiert wäre (9. Platz im Semifinale).

Qualifikationschance: 60 %
Gesang: 5/10
Lied: 0/10

Donnerstag, 3. April 2014

Platz 31 - Niederlande

Was war das für ein grandioser Augenblick, als Petra Mede vergangenes Jahr in Malmö die Niederlande als letzten Finalisten im ersten Semifinale ausgerufen hatte. Eine einst große Nation im Contest schien wieder auferstanden zu sein, der 9. Platz im Finale von Anouks Song "Birds" erfüllte wohl nicht nur mich mit großer Freude.

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Auch in diesem Jahr wurde aufgrund des großen Erfolgs der Interpret intern ausgewählt, der dann seinen Song selbst auswählen konnte. The Common Linnets, also Countrysänger Ilse DeLange und Waylon, singen in Kopenhagen eine professionell komponierte Country-Ballade namens "Calm After The Storm". Nur leider ist der Name Programm und es passiert so gut wie nichts im Beitrag. Dass sie sich wie Anouk qualifizieren halte ich deshalb für eher unwahrscheinlich, dem Land würde ich es jedoch sehr gönnen.

Qualifikationschance: 40 %
Gesang: 9/10
Lied: 2/10

Mittwoch, 2. April 2014

Platz 32 - Finnland

Früher als hoffnungloser Fall gesehen, hat sich die finnische ESC-Bilanz seit Lordis Sieg zwar nicht allzu sehr verbessert, jedoch ist die Finalquote eine der besseren, was nicht zuletzt den großen alljährlichen Vorentscheidungsmarathons geschuldet ist. Seit 2012 wird das Uuden Musikiin Kilpailu (kurz "UMK") als Format herangezogen, um endlich wieder Erfolg zu haben. Doch so recht kommt das Pferd nicht in die Gänge.

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Gewinner von UMK waren dieses Jahr die Softrocker (passenderweise) Softengine (genannt), deren Titel "Something better" der erste rockige Titel des Landes seit den Männern aus Beton von 2008 ist ("Teräsbetoni"). Mir gefällt das Lied nicht unbedingt, man kann es sich gut als Gedudel im Radio vorstellen. Damit ist es zwar zeitgemäß, aber beim ESC nicht unbedingt erfolgreich. Da im zweiten Semi aber gerade mal fünf Länder ausscheiden, könnte es knapp fürs Finale reichen.

Qualifikationschance: 50 %
Gesang: 3/10
Lied: 4/10

Dienstag, 1. April 2014

Platz 33 - Schweiz

 Da haben unsere lieben Nachbarn in der Schweiz ganze vier Amtssprachen und wählen doch Jahr für Jahr schlechtes Englisch aus dem Tessin. Das ist wohl einer von vielen Gründen, weshalb das Land derzeit eines der unerfolgreichsten im Wettbewerb ist. Eventuell könnte sich das dieses Jahr etwas ändern, überzeugt bin ich davon jedoch nicht.

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Der  Tessiner namens Sebalter und sein Lied "Hunter Of Stars" sind ein typisch schweizerischer Beitrag, der nicht auffällt und kein Instant Appeal hat. Das einzige wirklich auffällige Merkmal ist das Gepfeife, das meiner Meinung nach aber die auch in der Endfassung schreckliche englische Aussprache nicht kaschiert. Hier müsste man auf die Muttersprache (in dem Fall Italienisch) zurückgreifen, um etwas authentischer zu wirken. Das Lied selbst ist ganz okay, im Finale brauche ich es aber nicht unbedingt.

Qualifikationschance: 30 %
Gesang: 2/10
Lied: 3/10